DEGA Helmholtz-Medaille für das akustische Lebenswerk von Klaus Genuit

Kopenhagen, 18. März 2025. Herr Prof. Dr.-Ing. Klaus Genuit, Gründer, Gesellschafter und langjähriger Geschäftsführer der HEAD acoustics GmbH sowie Vorstandsvorsitzender der HEAD-Genuit-Stiftung, nahm heute in Kopenhagen während der Eröffnung der DAGA bei der feierlichen Preisverleihung die renommierte Helmholtz-Medaille der DEGA für sein Lebenswerk entgegen. Die Medaille stellt die höchste Auszeichnung im Bereich der Akustik dar.
„Diese Auszeichnung erfüllt mich mit Stolz und großer Freude. Ich habe meine berufliche Laufbahn in voller Gänze der Psycho-Akustik gewidmet. Es war mir besonders wichtig, den Menschen mit seinem Nachrichtenempfänger „Gehör“ in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Betrachtung zu rücken. Heute ist die menschliche Wahrnehmung branchenübergreifend ein nicht mehr wegzudenkender Aspekt im Bereich Umwelt und der Produktentwicklung!“, so Prof. Genuit.
Genuit wird für seine herausragenden Leistungen in der Psychoakustik, der Fahrzeugakustik und dem erfolgreichen Transfer zwischen Wissenschaft und praktischer Anwendung ausgezeichnet.
„Binaurale Messtechnik und Psychoakustik - Revolution oder Evolution der akustischen Messtechnik?“
So der Titel von Genuits Vortrag, der die Zuhörer auf eine Zeitreise zu den Anfängen der binauralen Messtechnik mitnahm. „Das Kunstkopfmikrofon ermöglicht eine präzise, reproduzierbare und kalibrierte akustische Dokumentation von Schallereignissen“, so Prof. Genuit. Dies ist von besonderem Interesse bei der auditiven Bewertung von Geräuschen, insbesondere nach Veränderungen oder beim Vergleich verschiedener Messungen. Durch die Freifeldentzerrung lassen sich die Kunstkopfmikrofonsignale auch für messtechnische Auswertungen verwenden.
Nach der gehörrichtigen Aufzeichnung von Schallereignissen kam der Wunsch auf, auch die subjektiv empfundene auditive Klangqualität unter Einbeziehung der Psychoakustik zu analysieren. Mit Hilfe von psychoakustischen Parametern wie Lautheit, Schärfe, Tonalität, Rauheit, Fluktuation und Impulsivität kann der Höreindruck von Schallereignissen differenzierter betrachtet werden. Die Soundscape-Norm 12913 war die erste Norm, die sowohl in der ISO als auch im DIN normativ binaurale Messtechnik fordert und die psychoakustische Analyse empfiehlt.
Der Frage, ob es sich dabei um eine Revolution oder lediglich um eine Evolution der bestehenden akustischen Messtechnik handelt, schreibt Genuit eine untergeordnete Bedeutung zu. Fakt ist, dass die von ihm mit entwickelte Soundscape-Norm eine wesentliche Erweiterung für die Beurteilung von Geräuschsituationen darstellt, womit sich ein Vorteil für alle ergibt. Der Mensch mit seiner Wahrnehmung steht im Mittelpunkt der akustischen Betrachtung der Welt.
Die HEAD-Genuit-Stiftung unterstützt seit 2008 Forschungsarbeiten (Stiftungsprofessuren und Doktoranden) auf diesem Gebiet. Im Sommer dieses Jahres startet das neu geschaffene Graduierten-Kolleg MOSAIC (Multi-dOmain and context-dependent Spatial approaches to AcoustIC well-being) mit acht Hochschul-Instituten.